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Übermässige Stickstoff-Deposition in der Schweiz

Die Emissionen von Ammoniak und Stickoxiden führen in vielen naturnahen Ökosystemen zu übermässigen Stickstoffeinträgen aus der Luft.

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) hat Meteotest die atmosphärische Deposition von Stickstoffkomponenten und die Überschreitung kritischer Eintragsgrenzen in einer hohen räumlichen Auflösung modelliert. Die Ergebnisse wurden dieses Jahr in einem vom BAFU und Meteotest gemeinsam verfassten Bericht publiziert. Unter anderem wurde im Projekt eine schweizweite Karte der Stickstoff-Belastung mit einer Auflösung von 100 x 100 m generiert.

Die Resultate zeigen, dass 2010 die Stickstoff-Einträge in grossen Teilen der Schweiz übermässig waren (gelbe und rote Bereiche in der Karte). Davon sind viele Naturschutzgebiete (Hochmoore, Flachmoore, Trockenwiesen), Wälder und andere naturnahe Ökosysteme betroffen. Dies kann langfristig unerwünschte Auswirkungen auf die Biodiversität, die Nährstoffversorgung und die Stabilität haben.

Karte

Die Berechnung der Depositionen erfolgte mit einem kombinierten Ansatz: Für die trockene Deposition von Ammoniak (NH3) und Stickstoffdioxid (NO2) in der Nähe der Quellen wurden Emissionskarten und statistische Ausbreitungsmodelle verwendet; die nasse Deposition von Ammonium (NH4+) und Nitrat (NO3-) im Niederschlag wurde aus Messungen und Niederschlagskarten interpoliert. Alle räumlichen Analysen wurden mit ArcGIS durchgeführt.

Als Massstab zur Beurteilung der Übermässigkeit dienen die Critical Loads für Stickstoff (CLN). Die Methoden zur Berechnung und Kartierung der CLN wurden im Rahmen der UNECE Konvention über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung entwickelt und hier auf die schutzwürdigen Ökosysteme der Schweiz angewandt. Die Arbeiten unter der internationalen Konvention sind wichtig, weil ein grosser Teil der Depositionen aus grenzüberschreitenden Luftverunreinigungen stammt.

Diese Arbeiten bilden eine der wissenschaftlichen Grundlagen für das Konzept betreffend lufthygienische Massnahmen des Bundes und den dort beschriebenen Reduktionszielen für Ammoniak und Stickoxide und dem darauf aufbauenden Vollzug der Luftreinhalteverordnung in den Kantonen.

    Bri 2016

    Kontaktperson:

    Beat Rihm

    Fachexperte Luftreinhaltung

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